Konstruktives, unterstützendes Miteinander

Ich mache nicht mit bei Meditationen, die „gegen“ etwas sind. Oder solchen, die etwas oder jemandem den „Kampf“ erklären. Gegen etwas zu kämpfen, gegen etwas zu sein sind Mechanismen, die spalten und trennen. Kampf kennen wir gut.
Wenn wir eine neue Welt kreieren möchten, tun wir gut daran, auch neue Wege zu gehen und nicht auf den alten, Trennung schaffenden und wenig nährenden Pfaden weiter zu gehen. Das Alte darf nun wirklich gehen.

Wie könnte so ein neuer Weg aussehen?
Statt im aussen gegen etwas zu sein und dagegen zu kämpfen könnten wir nach innen gehen und fühlen, was da in uns ist, das etwas nährt, was sich dann im Aussen manifestiert und uns nicht gefällt.

Während meines stillen Seins in meiner Dieta im Herzen des Dschungels des Amazonas wurde mir eine Einsicht geschenkt: wir sind nicht nur Teil der Natur. Wir SIND die Natur. Wie wir mit der Natur umgehen, fällt direkt auf uns als Menschen zurück.

Wir haben Jahrzehnte lang die Wälder im Amazonas und in anderen Regionen der Welt gerodet und verbrannt. Wir haben wissend zugeschaut, wie die „grüne Lunge“ unserer Erde zerstört wurde - bis zum "point of no return". Und nun erscheint dieser Virus, der die Lungen massiv schädigen kann. Beim atmen brennen die Lungen regelrecht... Alles ist mit allem verbunden.

Kann es sein, dass Covid-19 sich verabschiedet, wenn wir kollektiv aus dieser Situation gelernt haben? Wenn wir neue Wege für ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch, Tier und Umwelt gefunden haben? Wenn sich unsere innere Haltung klärt? Ich weiss es nicht! Einen Versuch ist es wert - nach dem Motto: wenn es nichts bringt, so schadet es nicht.

Und bitte: es geht nicht um ein „entweder-oder“ sondern um ein „sowohl-als-auch“. Natürlich sollen all die äusseren Massnahmen auch sein! Vielleicht können sie noch wirksamer werden, wenn wir sie mit inneren Massnahmen, einer geistigen Hygiene sozusagen, ergänzen?!

Wie wäre es, wenn wir die Zeit nutzen, uns nach innen wenden und schauen, horchen, fühlen, was da ist, das WIR ganz persönlich in die Welt geben. Wenn wir, statt ständig nach aussen zu projizieren, was die anderen, die Kolleginnen und Kollegen, die Politiker/innen, die Regierungen alle falsch machen, einfach mal still werden und bei uns bleiben. Uns die Frage stellen: „Was möchte ich ins Feld geben?“ „In was für einer Welt möchte ich leben?“ „Was kann ich beitragen für ein konstruktives, unterstützendes Miteinander?“

 

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